Wasserläufer
Klanginstallation von Tim Ovens und Michael Sutor
Im Rahmen des Festivals für Neue Musik zeit·punkt '07
Bunker Lönsstraße, Hannover-Zooviertel
5. bis 7. Oktober 2007
Millionen Kubikmeter Wasser stürzen in die Tiefe. Der Besucher betritt den Raum, sucht Halt, erobert sich einen Platz. Unendlich die Menge der einzelnen Tropfen, vereint zu Flächen, skurrilen Formen, endlich wahrgenommen als Wasserstrahl.
Das Blut pulsiert in uns, wir leben durch den ständigen Strom in uns. Sind Rhythmus.
Das Wasser trommelt auf unsere Ohren. Bewegung suggeriert Reise. Alle Sinne sind hoch aktiv. Außen- und Innenwelt vereinen sich.
Je mehr wir uns der strömenden Bewegung hingeben, umso mehr verlieren unsere Sinne die Orientierung. Wir schweben, verlassen Raum und Zeit. Unser Körper erfährt Bewegung, wird selber zur Bewegung, während der Geist auf Wanderschaft geht.
Einsame stille Töne - Kontrapunkt zu den Wassermassen - tropfen in der Ferne, verdichten sich, nähern sich. Die unaufhörlich fließenden Bilder werden zu Klang. Wie aus Tropfen Ströme werden, so verbinden sich Töne zu Klangfluten, um unvermittelt zu erstarren. Klanglinien queren den Raum. Instrumentale Klänge und Geräusche wogen gegeneinander, um in der Ferne wieder zu verebben.
Die kontrastreiche Komposition von Tim Ovens und eine sich kontinuierlich entwickelnde Sequenz aus Zeitlupen und Realtime-Projektionen von Michael Sutor ergeben eine Arbeit, die den Betrachter in eine neue Zone des Erlebens führt. Umschlossen von sinkenden Wassermassen gibt er sich der musikalischen Orientierung hin. Er taumelt, er schwebt und er erlebt.